Für Träger

Für Träger und Einrichtungen: Verstärkung, kein Ersatz

Wayve ist selbst freier Träger. Wir wissen, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Gruppe kippt, wie schwer der Griff zum Telefon fällt und wie genau man hinhört, ob am anderen Ende jemand sitzt, der die Lage versteht oder nur verkaufen will. Diese Seite ist für Leitungen geschrieben, die gerade abwägen, ob sie sich Hilfe holen.

Auf Augenhöhe

Hilfe holen ist Professionalität, kein Offenbarungseid

Reden wir über das, was in keiner Anfrage steht, aber in fast jedem ersten Telefonat mitschwingt: die Sorge, dass eine Anfrage nach Sicherheitsunterstützung wie ein Eingeständnis wirkt. Dass das Landesjugendamt hellhörig wird, das belegende Jugendamt an der Konzeptqualität zweifelt, die Kollegen der Nachbareinrichtung tuscheln. Wir kennen diese Sorge, weil wir auf beiden Seiten des Telefons gesessen haben, und wir nehmen sie ernst, statt sie wegzulächeln.

Die ehrliche Antwort hat zwei Teile. Erstens: Ja, der Einsatz eines Deeskalationsteams ist meldenswert und erklärungsbedürftig, und genau deshalb liefern wir Ihnen die Unterlagen, mit denen Sie ihn fachlich sauber begründen können. Zweitens, und das ist der wichtigere Teil: Die Zeiten haben sich geändert. Die Landesjugendämter wissen um die Realität in den Gruppen, ihre eigene Arbeitshilfe regelt den Einsatz von Sicherheitsdiensten, statt ihn zu verbieten. Was Aufsichten misstrauisch macht, ist nicht der Träger, der sich Verstärkung holt. Es ist der Träger, bei dem sich Vorfälle häufen und der so tut, als wäre nichts.

Dazu kommt Ihre Pflicht als Arbeitgeber. Wer sein Team wiederholt in Situationen schickt, die es allein nicht kontrollieren kann, verletzt die Fürsorgepflicht, und die Folgen stehen in jeder Personalstatistik: Krankheitsquoten, Kündigungen, Berufsausstiege. Die teuerste Sicherheitsmaßnahme ist billiger als der Verschleiß eines eingespielten Teams. Das ist keine Verkaufsrhetorik, das ist die Rechnung, die wir als Träger selbst aufgemacht haben, bevor es dieses Angebot gab.

Was die Zusammenarbeit von einer Security-Buchung unterscheidet

Sie können bei jeder Wachgesellschaft zwei Kräfte für nachts bestellen. Was Sie dort nicht bekommen, ist das, was den Unterschied macht: Menschen, die Jugendhilfe verstehen, und eine Struktur, die den Einsatz fachlich trägt. Konkret heißt das bei uns:

  • Vorgespräch mit jemandem, der selbst Gruppen geleitet hat und Ihre Schilderung nicht in ein Verkaufsformular presst
  • Kräfte mit Sachkunde nach § 34a GewO über unser Partnerunternehmen, pädagogisch geschult durch Wayve, mit erweitertem Führungszeugnis
  • Schriftliche Rollen- und Aufgabenklärung, die zur LVR/LWL-Arbeitshilfe und zu Ihrem Gewaltschutzkonzept passt
  • Teilnahme an Ihren Dienstbesprechungen und Fallrunden, soweit Sie das wünschen, damit Sicherheits- und Fachperspektive zusammenkommen
  • Wöchentliche Auswertung mit dem erklärten Ziel, den Einsatz zu verkleinern statt zu verlängern
  • Absolute Vertraulichkeit: Ihre Anfrage, Ihre Vorfälle und Ihre internen Themen bleiben bei uns, auch wenn kein Auftrag zustande kommt

Und weil die Frage immer kommt: Nein, wir werben weder Ihr Personal ab noch Ihre Belegung. Wayve nimmt als Träger eigene junge Menschen auf, das stimmt, aber unsere Maßnahmen sind Einzelsettings im Raum Bonn für eine Zielgruppe, die in Regelgruppen ohnehin nicht ankommt. Wir sind nicht Ihr Wettbewerber um Plätze, wir sind der Kollege, den man anruft, wenn es brennt. Diese Trennung ist Geschäftsgrundlage, und wir halten sie schriftlich fest, wenn Ihnen das wichtig ist.

Ein letzter Punkt, der in Gesprächen mit Leitungen oft erst nach einer halben Stunde auf den Tisch kommt: die eigene Erschöpfung. Wer monatelang eine kippende Gruppe trägt, Vorfall um Vorfall dokumentiert und nachts auf das Diensthandy starrt, verliert irgendwann das Gefühl dafür, was eigentlich noch normal ist. Auch dafür ist der Blick von außen da. Manchmal besteht unsere wichtigste Leistung darin, einer Leitung zu sagen: Was Sie hier seit einem halben Jahr stemmen, würde anderswo längst als Krisenfall gelten, und es ist in Ordnung, jetzt Strukturen zu Hilfe zu nehmen, statt weiter allein durchzuhalten.

Einstiege

Drei Wege, mit uns zu arbeiten

Nicht jede Zusammenarbeit beginnt mit einem Großeinsatz. Die meisten Träger starten klein und erweitern, wenn das Vertrauen gewachsen ist, und genau so soll es sein.

Der Einzeltermin

Eine Schutzbegleitung zum Gerichtstermin, eine abgesicherte Verlegung, ein heikler Elternkontakt. Überschaubar im Aufwand, schnell organisiert, und für viele Einrichtungen der Praxistest, ob unsere Kräfte halten, was diese Seiten versprechen. Details unter Schutzbegleitung.

Der befristete Einsatz

Zwei bis acht Wochen Präsenz in der Gruppe oder Maßnahme, mit klarem Anlass und definiertem Ausstiegsziel. Das Arbeitspferd unseres Angebots, beschrieben unter Deeskalation in der Wohngruppe und ISE-Begleitung.

Die Rahmenvereinbarung

Für Träger, die wiederkehrend Bedarf haben: vereinbarte Konditionen, hinterlegte Einrichtungsprofile, kurze Wege im Akutfall. Sie rufen an, wir kennen Ihr Haus schon. Keine Mindestabnahme, keine Bereitstellungsgebühr, nur weniger Reibung, wenn es eilt.

FAQ

Häufige Fragen von Trägern und Leitungen

Von einer Anfrage erfährt niemand etwas, die ist und bleibt vertraulich. Kommt es zu einem Einsatz in einer betriebserlaubnispflichtigen Einrichtung, gehört die Information des Landesjugendamts zum sauberen Verfahren, und zwar durch Sie als Träger, nicht durch uns. Wir bereiten die Unterlagen so auf, dass diese Information Ihre Position stärkt: Ein Träger, der professionell auf eine Gefährdungslage reagiert, dokumentiert damit ein funktionierendes Schutzkonzept.

Die Schichten der Deeskalationskräfte werden auf Ihren Dienstplan abgestimmt, nicht umgekehrt, mit festen Übergabezeiten zu Ihren Diensten. Die Planung läuft über uns, Sie melden Änderungsbedarfe an eine feste Ansprechperson. Was wir von Ihnen brauchen: dass in jeder Schicht klar ist, welche Ihrer Fachkräfte die pädagogische Verantwortung trägt, denn ohne diese Klarheit funktioniert die Rollenteilung nicht.

Dann gehen wir damit so um, wie wir es von Ihnen als Träger auch erwarten würden: Der Vorfall wird dokumentiert, mit Ihnen und der Kraft aufgearbeitet, und bei Bedarf wird die Kraft ausgetauscht. Das Partnerunternehmen ist für seine Tätigkeit haftpflichtversichert, und meldepflichtige Ereignisse nach § 47 SGB VIII vertuschen wir nicht, auch nicht zu unserem eigenen Schutz. Eine Zusammenarbeit, die nur bei Sonnenschein funktioniert, ist keine.

Ja, und solche Anfragen sind uns eher lieber. Kleine Träger haben keine Stabsstellen für Krisenmanagement, keine Springerpools und keinen Puffer, wenn zwei Kollegen gleichzeitig ausfallen. Genau dort wirkt punktuelle Verstärkung am stärksten. Es gibt bei uns keine Mindesteinsatzgröße, der kleinste sinnvolle Auftrag ist eine einzelne begleitete Fahrt.

Im Rahmen laufender Einsätze geben unsere Kräfte ihr Wissen ohnehin weiter, von Körpersprache bis Raumaufteilung, das gehört zum Auftrag. Eigenständige Deeskalationstrainings für Teams bieten wir auf Anfrage an, machen aber keinen Hehl daraus, dass unser Kern die Präsenz vor Ort ist. Wenn ein Training bei einem spezialisierten Anbieter besser aufgehoben ist, sagen wir Ihnen das und nennen Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Träger unterstützen Träger

Wir wissen, wie sich eine Gruppe anfühlt, die kippt. Schreiben Sie uns, was los ist. Vertraulich und ohne Bewertung.